Realistisch statt idealistisch

Balanceakt und Augenmass

Die Budgetdebatte in der Stadt Solothurn steht sinnbildlich für die Herausforderung, vor der viele Gemeinden in der Region stehen. Der Anspruch ist richtig, dass jede Ausgabe kritisch geprüft, jede Priorität sorgfältig abgewogen und Projekte oder Anschaffungen auch verschoben werden. 

Gleichzeitig muss auch gesagt werden, dass eine Stadt nicht kaputtgespart werden kann. Wer nur kürzt, riskiert den schleichenden Abbau von Angeboten, Infrastruktur und Lebensqualität. Schulen, Sicherheit, Kultur, Sport und ein funktionierender öffentlicher Raum sind keine Luxusausgaben, sondern Grundlagen für eine lebenswerte und zukunftsfähige Stadt.

Vor diesem Hintergrund ist die Steuererhöhung kein leichter, aber ein verantwortungsvoller Schritt. Sie ist nicht Ausdruck von Sorglosigkeit, sondern von Realismus. Wer Aufgaben einfach auf später verschiebt oder notwendige Investitionen unterlässt, spart kurzfristig – und zahlt langfristig einen höheren Preis. Nachhaltig stabile Finanzen erfordern ein tragfähiges Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben. Alles andere ist kurzsichtig.

Das aktuelle Budget ist ein Balanceakt zwischen Sparsamkeit und Verantwortung. Genau diesen Weg unterstützen wir. Nicht alles Wünschbare ist finanzierbar, aber das Notwendige muss möglich bleiben. Dafür braucht es Mut zu unbequemen Entscheidungen und die Bereitschaft, Verantwortung für die Zukunft unserer Stadt zu übernehmen. Die über 60 Massnahmen auf der Einnahme- wie auch auf der Ausgabenseite sind Ausdruck davon und zeigen, dass dort gespart wird, wo es vertretbar ist – und dort investiert wird, wo es Wirkung enfaltet und die Stadt langfristig stärkt. 

Jolanda Egger (GLP), Elia Leiser (EVP) & Pascal Walter (Die Mitte) 

EVP alt Nationalrat Hans Oester verstorben – eine leidenschaftliche Stimme fürs Gemeinwohl ist verstummt

Die Evangelische Volkspartei trauert um Hans Oester (1931-2026). Als langjähriger Nationalrat prägte er die Politik mit grosser Sachkenntnis, Integrität und einem ausgeprägten Verantwortungsbewusstsein für kommende Generationen. Mit Hans Oester verliert die EVP eine Persönlichkeit, die sich unermüdlich für das Gemeinwohl, eine soziale Marktwirtschaft und gegen die Schuldenmacherei eingesetzt hat.

Nach einem reich erfüllten Leben starb Hans Oester, früherer Stadtzürcher Gemeinderat der Evangelischen Volkspartei, Mitglied des Zürcher Kantonsrats sowie langjähriger EVP-Nationalrat, am 1. Juni 2026 im Alter von 95 Jahren.

Der junge Wirtschaftswissenschaftler, Dr. oec., aus dem Berner Oberland stammend, wurde 1962 in den Gemeinderat der Stadt Zürich gewählt. Diesem gehörte er bis zu seiner Wahl in den Kantonsrat 1970 an. Da er 1978 als Nachfolger von Willy Sauser 1978 in den Nationalrat eintreten konnte, trat er 1977 aus dem Kantonsparlament zurück. Hans Oester war der geborene Parlamentarier. Er sprach auf allen Stufen bestens vorbereitet, mit hoher Sachkenntnis. Seine Voten waren druckreif formuliert. Kompetenz und Exaktheit waren ihm wichtig. Hans Oester konnte seine berufliche Erfahrung mit der Parlamentsarbeit bestens kombinieren. Als Hauptlehrer für Wirtschaft an der Töchterhandelsschule Zürich war es ihm ein grosses Anliegen, in den jungen Frauen das Verständnis für Wirtschaft und Finanzen zu wecken. 
 

Dem Gemeinwohl verpflichtet

Hans Oester gehörte bewusst keinen Interessenverbänden an, sondern rang aus der politischen Mitte heraus intensiv um Lösungen für die ganze Gesellschaft. Auf Bundesebene kämpfte er für eine soziale Marktwirtschaft und gegen die immer grösser werdende Schuldenmacherei. Er tat dies aus der Verantwortung für die nächsten Generationen heraus. Hans Oester, der bewusst auf ein Auto verzichtete, präsidierte von 1976 – 1990 den zürcherischen Verein zur Förderung des öffentlichen Verkehrs.

Hans Oester hinterlässt seine jahrzehntelange Ehefrau Lena, für ihn die Partnerin fürs Leben, drei Kinder und mehrere Enkelkinder. Die Evangelische Volkspartei der Schweiz, des Kantons Zürich sowie der Stadt Zürich, drücken Lena Oester und der ganzen Familie ihr herzliches Beileid aus. Der Trauergottesdienst findet am Dienstag, 16. Juni 2026, 14.00 Uhr, in der Friedhofskapelle Witikon, Zürich, statt.